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Halbzeit bei der Radstrategie Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein haben wir die Radstrategie des Landes evaluiert. Das Kabinett hat unsere Empfehlungen jetzt weitestgehend übernommen. 

2020 hatte das Land die Radstrategie 2030 „Ab aufs Rad“ beschlossen. Es gab dabei drei Oberziele:
1. Mehr Leute aufs Rad.
2. Unfallzahlen verringern – Vision Zero und
3. Schleswig-Holstein unter die Top-3-Länder im Radtourismus bringen

Verbunden ist die Strategie mit einem engmaschigen Monitoring – sie soll schließlich umgesetzt werden. Die Planersocietät hat die Halbzeitevaluierung vorgenommen. Dafür haben die Kolleg:innen zahlreiche Einzel-Interviews mit den Rad-Akteuren des Landes geführt, dazu drei große Gruppeninterviews. Außerdem gab es einen intensiven Workshop mit dem landesweiten Runden Tisch Radverkehr. Dazu haben wir natürlich zahllose Daten ausgewertet. Ende 2025 konnten wir die Evaluierung abschließen.

Es geht voran

Was die Evaluierung zeigt, ist durchaus erfreulich: Es geht voran bei der Radstrategie. Viele der vor fünf Jahren formulierten Schlüsselmaßnahmen in den insgesamt sieben Handlungsfeldern sind bereits umgesetzt oder werden – teils kontinuierlich als Daueraufgabe – bearbeitet. Das gilt besonders für die Handlungsfelder Radtourismus und Strukturen/Kommunikation. Nachholbedarf gibt es vor allem in den Handlungsfeldern Multimodalität und auch in der Verkehrssicherheit, wo etwa das landesweite Verkehrssicherheitskonzept noch aussteht.

Anpassung an das Machbare

Als Gutachterbüro haben wir die Evaluierung mit zahlreichen Empfehlungen verknüpft. Dazu gehört auch, die teils sehr ambitionierten Ziele der Radstrategie an das Machbare anzupassen. Das schleswig-holsteinische Landeskabinett hat unsere Empfehlungen übernommen – nur an einer Stelle will uns die Landesregierung nicht folgen: Das ursprünglich für 2030 anvisierte Ziel, landesweit einen Radverkehrsanteil (Modal Split) von 30 % zu erreichen, soll nicht, wie von uns empfohlen, auf 2050 verschoben werden, sondern 2040 erreicht werden. Die Niederlande liegen übrigens landesweit bei einem Modal-Split-Wert für den Radverkehr von 28 Prozent, Kopenhagen erreicht aktuell 26 %. Aber wir wollen nicht klagen über große Ambitionen in Sachen Radverkehr.

"Sehr schönes Projekt"

Der Kabinettsbeschluss zur Evaluierung der Radstrategie wird vielleicht noch im März auch dem Landtag vorgelegt. Wir bleiben gespannt, wie es weitergeht – und hoffen auf weitere Umsetzung und darauf, dass die selbstgesetzten Ziele erreicht werden. Übrigens - die Kolleg:innen schwärmen noch heute jetzt über dieses „sehr schöne Projekt“ 😉.

Hier gibt es den Kabinettsbeschluss mitsamt Evaluierungsbericht.

9. März 2026