Wenn er voll ist, wird der Tagebau-See einer der größten in Deutschland sein, bis zu 165 Meter tief und 2200 Hektar groß, so viel wie 3000 Fußballfelder. Entstehen soll ein See für die gesamte Region. Im 20 Kilometer umfassenden Uferbereich wird es Rückzugsorte für die Natur ebenso geben wie Ackerbauflächen, neue Siedlungsbereiche und Angebote für Tourismus und Freizeit: drei Sportboothäfen zum Beispiel, viel Strand, Eventflächen. Auch eine schwimmende Insel soll entstehen. Die Angebote zielen auf Naherholung und Tagestourismus.
Anfangs wird allein Grundwasser den See befüllen, dann hilft der Rhein, ab 2036 über eine Transportleitung. Fuß- und Radwege werden frühzeitig entstehen, die Dörfer saniert und dann zum See hin entwickelt. Die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2037 ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Sees.
Unter Führung von RHA Reicher Haase Assoziierte haben wir, die Planersocietät, mit Club 94 und Project M seit einem Jahr intensiv an dem Masterplan für die Nutzungen des Sees gearbeitet. In enger Zusammenarbeit mit dem Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler sowie den angrenzenden Kommunen. Die Verbandsversammlung des Zweckverbands hat den Masterplan jetzt verabschiedet. Er beschreibt wichtige Grundsatzentscheidungen wie die Lage von Zugängen zum See, von naturbelassenen Zonen, Hafenbecken, etwaigen Siedlungen oder künftigen Freizeit- und Strandanlagen. Beteiligt an der Erarbeitung des Plans waren neben den Kommunen als Mitglieder des Zweckverbands auch die RWE Power AG sowie verschiedene Verbände, Organisationen und die Wirtschaft auf lokaler und regionaler Ebene. Dazu kommen viele Vorschläge und Ideen aus der Bürgerschaft, eingesammelt in zahlreichen Veranstaltungen und mit einer Online-Befragung, an der rund 3.000 Menschen teilgenommen haben.
Insgesamt ein so ungewöhnliches wie spannendes Projekt.
Weitere Informationen gibt es hier.
Illustration: RHA
21. März 2025