29.273 Kinder (unter 15 Jahre) sind 2025 im Straßenverkehr verunglückt (ein Plus von 7 Prozent und der höchste Wert seit 12 Jahren), 74 Kinder starben (21 mehr als im Jahr 2024, plus 40 Prozent – wobei die Werte hier stärker schwanken). Seit dem Corona-Tief sind die Zahlen leider wieder deutlich gestiegen, von der Vision Zero sind wir weit entfernt. Vor allem der Schulweg ist für die Kinder gefährlich, montags bis freitags in der Zeit von 7 bis 8 Uhr verunglücken besonders viele 6- bis 14-Jährige. Und: Am stärksten gefährdet sind Kinder ausgerechnet im Auto, hier gab es allein 31 getötete Kinder im vergangenen Jahr. Das Elterntaxi bietet also nur eine scheinbare, gefühlte Sicherheit. Insgesamt aber ist am meisten gefährdet, wer innerorts mit dem Rad, dem (E-)Scooter oder zu Fuß unterwegs ist. Und das gilt letztlich für alle Altersgruppen.
Ein Verkehrsunfall ist kein Schicksal
Verkehrsunfälle aber sind kein Schicksal, die Zahlen lassen sich beeinflussen (wie etwa die skandinavischen Länder beweisen). Besonders im Stadtverkehr kommt es zu schweren Unfällen, häufig an Kreuzungen. Zu hohe Geschwindigkeiten, unsichere Infrastruktur und immer größere Fahrzeuge verschärfen sowohl das Unfallrisiko wie auch die Schwere der Unfälle. Hier könnte der Bund schon viel tun, mit der Freigabe von Tempo 30 in geschlossenen Ortschaften. Zu befürchten ist, dass auch der neue Bundesverkehrsminister sich auf diesem Ohr taub stellt. Dabei ist es erklärtes Ziel auch der aktuellen Bundesregierung, die Zahl der Verkehrstoten bis 2030 um 40 Prozent zu senken. Im Handeln zeigt sich das leider nur rudimentär.
Gefordert sind auch die Kommunen. Gerade sichere Schulwege sollten oberste Priorität in der Verkehrsplanung haben, auch Rad- und Fußwege müssen sicherer werden. Leider gibt es auch hier (politische) Widerstände, weil auch mal Pkw-Stellplätze wegfallen, wenn es beispielsweise um freie Sichtachsen geht oder angemessen viel Platz für den Fuß- und Radverkehr. Dabei ist jede und jeder Tote im Verkehr eine:r zu viel. Wollen wir wirklich die vermeintliche Freiheit der Autofahrer:innen, scheinbare Wirtschaftsinteressen, über das Leben der Menschen stellen?
Expertise der Planersocietät
Die Planersocietät bietet bei diesem Thema gern ihre Expertise und Unterstützung an. Schulmobilität wird in der nächsten Ausgabe der ProjektSkizzen, der Bürozeitschrift der Planersocietät, ausgiebig in all ihren Facetten behandelt (das Heft erscheint im Herbst); Verkehrssicherheit war gerade erst im August Thema im Digitalen Dienstag. Wir können hier die Erfahrung aus vielen Projekten einbringen.
13. August 2026